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Studien

 

CO2 - Deutschlands "Titanic"?

Energieintensive Branchen müssen in der EU mit Beginn der nächsten Handelsperiode für Emissionszertifikate (NAPIII) in 2013 mit einem erheblichen und bis 2020 noch zunehmenden Anstieg der CO2-Kosten rechnen. Eine Analyse von goetzpartners von 120 Industrieunternehmen und den dazugehörigen 550 Anlagen hat ergeben, dass sich vor allem die energieintensiven Zement-, Raffinerie- und Eisen- & Stahlindustrien auf massive Einbrüche der EBITDA-Margen einstellen müssen.

goetzpartners hat anhand drei möglicher Szenarien die Margenentwicklungen der genannten Branchen prognostiziert: 

1. Szenario „Weiter so“: Deutschland hält an seiner Zielsetzung der Reduktion der CO2-Emissionen von 30 % bis 2020 im Vergleich zu 1990 fest. Damit einhergehend wird eine konservative Preisentwicklung von 13 €/t in 2013 bis hin zu 15 €/t in 2020 für CO2 unterstellt.

2. Szenario „Nuclear Scenario“: Deutschland erhöht die Zielsetzung auf 40 % bis 2020 im Vergleich zu 1990. Im Ausgleich werden die Laufzeiten der Kernkraftwerke in Deutschland verlängert, was zu einer allgemein geringeren Nachfrage nach Zertifikaten führt. Dennoch wird mit Blick auf die Zielsetzung ein Preisanstieg von 13 €/ t auf bis zu 17 €/t in 2020 angenommen.

3. Szenario „Beyond COP 15“: Deutschland setzt sich ein Reduktionsziel von 40 % im Vergleich zu 1990 und setzt gleichzeitig den Atomausstieg fort. Da der Wegfall dieser Strom-Erzeugungskapazität nicht vollständig durch Erneuerbare Energien gedeckt werden kann, wird die Verstromung fossiler Energieträger zunehmen. Angesichts der erhöhten Zertifikatsnachfrage wird in diesem Szenario ein Preisanstieg für CO2-Zertifikate von 13 €/t bis zu 19 €/t in 2020 unterstellt.

Nach einer Auswertung der Ergebnisse von goetzpartners ist im ersten Szenario mit EBITDA-Margenreduktionen in 2020 in der Raffinerieindustrie in Höhe von 41 %, in der Zementindustrie in Höhe von 62 % und der Stahlindustrie in Höhe von 87 % zu rechnen. Im Szenario 3 kann es sogar zu EBITDA-Margenreduktionen von bis zu 52 % in der Raffinerie- , 78% in der Zement-, und sogar bis zu 110% in der Stahlindustrie kommen.

Unternehmen der deutschen Industrie stehen vor signifikanten Herausforderungen und müssen sich diesen jetzt stellen. goetzpartners zeigt verschiedene Möglichkeiten auf.