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07.11.2011 Bis 2015 werden 16,5 Millionen regelmäßige MobileTV-Nutzer in Deutschland erwartet

MobileTV, also die Nutzung von Bewegtbildangeboten über Tablets und Smartphones, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bereits 2015 wird die Anzahl der regelmäßigen Nutzer in Deutschland von aktuell etwa 3,8 Millionen auf 16,5 Millionen gestiegen sein, eine Zunahme von durchschnittlich rund 45 Prozent pro Jahr. Im internationalen Vergleich jedoch hinkt Deutschland deutlich hinterher. Um die Entwicklung von MobileTV weiter zu beschleunigen, müssen Nutzer über ihre mobilen Geräte nicht nur Zugang zu ihren präferierten Inhalten sondern auch zum klassischen TV-Angebot über ihre Mobile Devices haben. Neben dem signifikanten Ausbau von Breitbandnetzen gilt es zudem, die Bewegtbildangebote noch spezifischer auf die mobile Nutzung auszurichten und attraktive Bezahlmodelle anzubieten. Das ist das Ergebnis der aktuellen IPTV-Studie von goetzpartners, die auf einer repräsentativen Befragung der Bevölkerung im Alter von 14 bis 69 Jahren in Deutschland, England und Frankreich basiert.

„MobileTV wird die TV-Nutzung in den nächsten Jahren signifikant verändern und ergänzen“, stellt Dr. Alexander Henschel, Geschäftsführer von goetzpartners und verantwortlich für die Studie, fest.

Deutschland: geringste Nutzung im Vergleich zu England und Frankreich

In Deutschland ist die MobileTV-Nutzung im internationalen Vergleich sehr niedrig, wie die repräsentative Konsumentenbefragung ergab: Nicht einmal halb so viele Befragte wie in England oder Frankreich nutzen MobileTV. Die Nutzungsintensität allerdings ist in allen Ländern sehr ähnlich. Über 55 Prozent nutzen MobileTV regelmäßig (mehrmals in der Woche) und gut drei Viertel mindestens einmal in der Woche. Dies spricht dafür, dass die mobilen Angebote an sich zwar überzeugen, die Vermarktung aber die Mehrheit der Bevölkerung noch nicht erreicht.

Kurze inhaltliche Formate führend

Bei der Analyse der präferierten MobileTV-Inhalte kommt die Studie zum klaren Ergebnis, dass die Nutzer derzeit kurze Formate bevorzugen. Am liebsten schauen sie sich Nachrichten, Musikvideos und User Generated Video Content-Angebote, also von den Nutzern selbst erstellte Videos, an. Ebenfalls gerne genutzt werden aber auch längere Formate wie z. B. Serien, die ebenfalls noch unter den Top 5 sämtlicher genannter Inhalte liegen.

Wesentliches Ergebnis der Befragung ist aber: Um die Entwicklung von MobileTV weiter erfolgreich voranzutreiben, muss neben den präferierten Inhalten auch der Zugang zu klassischen TV-Angeboten gegeben sein. „Der Konsument möchte in Zukunft selbst entscheiden, wo und wann er ein bestimmtes Bewegtbildangebot nutzt“, so Marcus Worbs-Remann, Senior Manager bei goetzpartners.

Weiter starker Anstieg der Nutzerzahlen erwartet

Die MobileTV-Nutzung wird sich weiterhin sehr dynamisch entwickeln, was nicht zuletzt an der steigenden Smartphone- und Tablet-Penetration in der Bevölkerung liegt. goetzpartners rechnet damit, dass die Anzahl der MobileTV-Nutzer in Deutschland von heute etwa 3,8 Millionen (4,6 Prozent der Bevölkerung) auf 16,5 Millionen bzw. 20 Prozent der Bevölkerung in 2015 steigen wird. Das ist ein Wachstum von durchschnittlich rund 45% p.a. Damit wird MobileTV zu einem relevanten Medium bei Bewegtbildangeboten und eröffnet den Marktteilnehmern vielfältige Chancen, beispielsweise zum Ausbau ihrer Reichweite, zur Platzierung neuer Angebote oder interaktiver Shopping-Spots.

Herausforderungen für MobileTV-Anbieter

Die MobileTV-Anbieter müssen allerdings noch einige Herausforderungen meistern. Der monatliche Datendurchfluss in den Mobilfunknetzen soll sich nach einer Cisco-Studie weltweit von heute 546 Petabyte auf 6.254 Petabyte erhöhen, 66 Prozent der Datenmenge sind davon durch Bewegtbildnutzung getrieben. Die Backbones der mobilen Netze sind für diese Datenlasten heute noch nicht ausgelegt und müssen daher weiter ausgebaut werden. Zudem ist die Schaffung von Multi-Plattform-Content-Management-Systemen notwendig, um Content und damit verbundene Erlösströme über verschiedene Endgeräte managen, analysieren und sichern zu können. Darüber hinaus müssen die Anbieter ihre Angebote intensiver auf die spezifische mobile Nutzungssituation ausrichten (Darstellung, Handling und präferierte Inhalte) und attraktive Tarife im Falle von Bezahlmodellen anbieten. „MobileTV ist auch hierzulande stark auf dem Vormarsch und bietet für alle Beteiligten interessante Chancen – wenn sie ihre Hausaufgaben erledigen“, so Alexander Henschel.

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